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Finanzen

Die Finanzen sind momentan in aller Munde. Die Staaten stürzen sich aufgrund der Finanzkrise in horrende Schulden, um die wankenden Bankenriesen zu stützen und damit den notwendigen Kapitalbedarf für die Realwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Trotzdem beklagen Sprecher der Wirtschaft eine zu zurückhaltende Kreditvergabe durch die Finanzinstitute. Dadurch fehlt es den Firmen an Liquidität, um Investitionen tätigen zu können, mancherorts auch den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten.

Auch in diesem Bereich wird nun ein lenkendes Eingreifen des Staates diskutiert. Aber wie soll die von den Bankmanagern eingeforderte Verantwortung übernommen werden, wenn der Staat die Kreditvergabe verordnet? Das kranke Finanzsystem kann nur gesunden, wenn jede Firma, jede Bank und letztlich auch jeder Staat seine Finanzen in Ordnung bringt und anschließend Mechanismen der Kontrolle gefunden werden, die eine ähnliche Blase, wie sie die letzte Finanzkrise ausgelöst hat, nicht mehr zulassen.

Es wird äußerst schwierig sein, die internationale Staatengemeinschaft auf einen solch rigiden Kontrollkurs einzuschwören. Nachdem auf dem Höhepunkt der Krise von allen Seiten nach einem entschlossenen Eingreifen der Staatengemeinschaft gerufen wurde, mehren sich jetzt schon wieder die Stimmen, die das freie Spiel der Marktkräfte beschwören. Einzelne Bankhäuser fahren bei den Aufräumarbeiten der Krise kräftige Gewinne ein und verbitten sich eine Einmischung der Politik. Nationale Alleingänge reichen nicht aus, um die globalen Finanzen so weit zu ordnen, dass ein ähnlich weitreichender Kollaps wie in der momentanen Krise, gesichert vermieden werden kann. Es wird die Nagelprobe für die Gestaltungsmacht der Politik auf globaler Ebene sein, ob wirksame Regeln zur Kontrolle der Finanzmärkte eingeführt werden.